Welches Dateiformat für welches Bild?
March 18, 2010 - 3:49 pm
Kennen Sie den Unterschied zwischen JPEG und GIF? Verstehen Sie bei PNG nur Bahnhof? Wir führen Sie durch das Dickicht der Dateiformate, in denen Sie Ihre Lieblingsbilder speichern können.
Bevor wir zu den einzelnen Formaten kommen, müssen wir einige technische Begriffe klären.
Es gibt zwei Arten von Komprimierung: die verlustbehaftete und die verlustlose. Bei der verlustlosen Komprimierung bleiben die Daten vollständig erhalten, was natürlich mehr Speicherplatz braucht, aber der Qualität zugute kommt. Bei der verlustbehafteten Komprimierung werden weniger wichtige Details verworfen, damit die Datei schrumpft. Dadurch können Sie auf einem Speicherstift oder einer kleinen Festplatte mehr Dateien speichern, müssen sich aber mit Qualitätseinbußen abfinden.
Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt, warum so viele Bildformate entwickelt wurden, wenn es doch nur zwei Komprimierungstypen gibt. Neben der Komprimierung haben die Dateiformate natürlich noch einige weitere Eigenschaften, und in diesen unterscheiden sie sich. Wenn Sie das richtige Format auswählen, belegen Ihre Bilder bei optimaler Qualität nur wenig Speicherplatz. Verwenden Sie das falsche Format, verschwenden Sie unter Umständen viel Speicherplatz auf ein körniges, pixeliges Bild, das Ihrem ursprünglichen Foto nicht gerecht wird.
Fangen wir bei der Quelle aller Fotos an: der Kamera. Praktisch jede Digitalkamera speichert die Aufnahmen als JPEG-Dateien auf einer Speicherkarte. Das ist kein Zufall, denn JPEG eignet sich sehr gut für Fotos. Es ist ein verlustbehaftetes Format, verwirft also möglichst alle Bildeigenschaften, die wir ohnehin nicht sehen können. Manchmal ist es dabei allerdings etwas übereifrig, wie die folgenden drei Bilder zeigen.

Von links nach rechts abnehmende JPEG-Qualität
Bei vielen Kameras können Sie die Aufnahmequalität individuell einstellen und den für Sie besten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße auswählen. Verwechseln Sie die Qualität bitte nicht mit der Auflösung, also der Anzahl der Pixel. Allerdings sollten Sie die Auflösung immer zusammen mit der Qualität ändern, weil Ihnen bei einer winzigen Pixelzahl selbst die beste JPEG-Qualität nichts bringt.
Viele hochwertige Kompakt- und Spiegelreflexkameras haben eine Funktion, die kompromisslose Qualität garantiert, aber eine Riesenmenge Speicher verschlingt (was bei kapazitätsstarken Speicherkarten natürlich kein Problem ist). Das Rohdatenformat RAW ist das digitale Gegenstück zum Negativ. Es speichert das Bild genau so, wie es die Kamera aufgenommen hat. RAW ist das perfekte Format, wenn Sie kein einziges Bilddetail verlieren möchten. Allerdings brauchen Sie für die Bearbeitung von Rohdatenbildern eine spezielle Umwandlungssoftware, weil jeder Hersteller und jedes Kameramodell RAW-Dateien anders speichert.
Das richtige Aufnahmeformat ist jedoch nur die halbe Miete. Wenn Sie Ihre Bilder im Internet veröffentlichen möchten, spielen auch die Bandbreite und die Übertragungsgeschwindigkeit eine Rolle. Verringern Sie die Auflösung und Qualität Ihrer JPEG-Bilder, aber gehen Sie nicht zu weit. Bei einer Qualität zwischen 70 und 85 Prozent haben Ihre Fotos eine handliche Größe, ohne dass allzu viele Details verlorengehen.
Was ist nun mit den übrigen Bildformaten? Das Format PNG (kurz für Portable Network Graphic, übertragbare Netzwerkgrafik) trifft man im Internet immer häufiger an. Als verlustloses Format komprimiert es die Bilder beim Speichern ohne Qualitätseinbußen. Damit eignet es sich besonders gut für Screenshots, Diagramme und Logos. Fotos sind als PNG-Dateien wesentlich größer als gute JPEG-Dateien, behalten dafür aber jedes Bilddetail.

Links: fehlerfreies PNG. Rechts: JPEG mit kleinen Fehlern
Dann gibt es natürlich auch noch den Internetveteranen GIF (kurz für Graphics Interchange Format, Bildaustauschformat). GIF-Dateien sind extrem klein und können sogar Animationen speichern. Ihr Nachteil liegt in der beschränkten Farbpalette: Sie können lediglich 256 Farben speichern. Wenn Sie ein farbenfrohes Foto als GIF speichern, verlieren Sie die farblichen Details, auch wenn spezielle GIF-Tricks wie das Dithering den Verlust teilweise wettmachen.

JPEG (links) und GIF (rechts). GIF eignet sich nicht für Fotos, ist aber das perfekte Format für Symbole und Animationen.
Welche Schlüsse können wir aus diesem Ausflug in die Welt der Dateiformate ziehen? JPEG ist das beste Format für Fotos – sofern Sie die Qualität richtig einstellen. Für Symbole und einfache Diagramme sind GIF und PNG besser geeignet, wobei Sie bei GIF immer die Beschränkung auf 256 Farben im Hinterkopf behalten sollten. Falls Ihre Kamera Rohdatenbilder speichern kann, arbeiten Sie in der digitalen Dunkelkammer am besten mit RAW und wandeln die Bilder erst ganz zum Schluss in ein handlicheres Format um.
„Remember Kingston, Sie haben Format xyz vergessen!“, hören wir Sie rufen. Es stimmt schon: Es gibt noch viele weitere Formate, die aber entweder kaum noch oder nur für bestimmte Zwecke verwendet werden. Deshalb haben wir uns absichtlich auf die Dateiformate beschränkt, die Ihnen mit größter Wahrscheinlichkeit zur Verfügung stehen und in denen Pixelbilder normalerweise gespeichert werden. Wenn Sie mehr über andere Dateiformate erfahren möchten, hinterlassen Sie uns doch einfach einen Kommentar.
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